Es gibt Tage, an denen möchte man einfach nur tot sein.
Die Tage, an denen alles in einer Katastrophe gipfelt, an denen man sich morgens z.B. ein Spiegelei brät und dabei bekommt man heiße Fettspritzer ins Auge.
Bei dem Versuch der Schmerzen und der Fettattacke Herr zu werden, reisst man versehentlich die Pfanne vom Herd und verteilt deren Inhalt gleichmäßig über die Beine und den Fußboden.
Natürlich hat man (mal wieder) keine Hose an und heißes Fett auf nackter Haut tut nunmal sauweh.
Und in einem plötzlichen Reflex zieht man beide Beine an den Oberkörper.
Was im Sitzen oder Liegen vollkommen in Ordnung wäre, lässt, wenn man dabei steht, die Situation noch mehr eskalieren.
Seiner Stützpfeiler beraubt, möchte der Körper den Gesetzen der Schwerkraft folgen und zu Boden krachen, was man dadurch zu verhindern sucht, dass man die Beine wieder ausstreckt um festen Halt zu bekommen.
Natürlich rutscht man auf dem Spiegelei/Bratfett-Gemisch aus und knallt doch noch hin.
Genau mit dem Kopf auf die Herdoberkante und man schlägt sich selbst bewusstlos.
Und wenn man aus der Ohnmacht erwacht, ist man obdachlos, weil es inzwischen zu einer Herdschmelze und dann, der Reihe nach, zu einem Zimmer-, Wohnungs-, Haus- und Straßenbrand gekommen ist.
Deine Nachbarn, alle miteinander ebenfalls ohne Dach überm Kopf, sind nicht wirklich gut auf dich zu sprechen und es ist, wie dir ein Blick auf deine unversehrte Armbanduhr zeigt, gerade mal kurz nach 9 Uhr am Morgen.
Und schlagartig wird dir bewusst, dass der Tag ja noch lange nicht vorbei ist.
Ok, das alles klingt jetzt noch relativ harmlos und rechtfertigt in keinster Weise den Wunsch tot zu sein.
Und auch den drohend näher kommenden Nachbarn kann man gelassen ins Auge sehen.
Jedenfalls so lange, bis deren Anführer dich mit der Mistgabel am Boden fixiert hat und die anderen mit Dreschflegeln auf dich einprügeln.
Erstaunlicherweise hat man in solchen Momenten, wo er ziemlich leicht in Erfüllung gehen könnte, den Wunsch zu sterben gar nicht mehr.
Da verlegt man sich lieber aufs Jammern, Betteln und Entschuldigen und gelobt feierlich, sowas nie wieder zu tun.
Wenn man Glück hat, wird man nur geteert und gefedert und anschließend aus der Stadt geworfen.
Gut, man sieht aus wie el Polla Diabolo und das ist nicht wirklich witzig in Landstrichen, in denen Hühner ganz unten in der Nahrungskette stehen.
Oder wo sexbesessene Hähne frei herumlaufen.
Glücklicherweise lebe ich nicht auf dem Land und deshalb wäre weder das eine, noch das andere sehr wahrscheinlich.
Hühner kennt man hier nur in Form von Chicken McNuggets.
Irgendwann, nach deiner inneren Uhr müssen mindestens 1000 Stunden vergangen sein, legst du dich in irgendeinem Winkel nieder und denkst über deine Situation nach.
Du hast keine Wohnung mehr, kein Hab und Gut, dafür 35 Millionen Euro Schulden, der Teer ist eine untrennbare Verbindung mit deiner Haut eingegangen und wie viele Federn du den Tag über verschluckt hast, weiss niemand.
Du liegst vor den Trümmern deines Lebens, denkst, dass es schlimmer nicht mehr werden kann und du möchtest nur noch tot sein.
Aber du hast dich geirrt.
Es kommt immer noch viel schlimmer.
Denn es fängt an zu regnen und deine Federn werden nass...
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Off topic:
Placebo...seit Jahren in meiner persönlichen Top Five...

2 x kommentiert:
happy new year :-)
THX...wisch ei ju tu *lach*
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