Samstag, 7. Januar 2012

Gutmensch

Wie ich da kürzlich wieder alleine durch den Nieselregen schlenderte, so ganz in mich selbst und mein Dasein vertieft, da dachte ich: "Boah...mein Leben ist doch wirklich das letzte..."

In diesem Moment wurde ich in meinen Gedanken unterbrochen, weil direkt vor mir, vor meiner Nase, qua-si vis a vis etwas passierte.

Zuerst konnte ich es nicht richtig erkennen, weil sich natürlich sofort wieder ein Ring aus neugierigen Passanten gebildet hatte.

Ich kann das wirklich nicht verstehen, wie man, hungrig nach Blut, sofort zum Ort des Geschehens eilen und die Augen aufreissen muss.

Elendes, sensationsgeiles Pack.

Vor allem musste ich mich erstmal durch diese ganzen rücksichtslosen Pfeifenheinis zwängen, bis ich endlich in der ersten Reihe stand und sehen konnte was da los war.

Aber es war gar kein Blut zu sehen, sondern es war lediglich eine alte Frau gestürzt, hatte sich dabei ein Bein gebrochen und jammerte nun lauthals vor sich hin.

Lächelnd hörte ich eine Weile zu, dann wurde mir langweilig und ich schlenderte weiter.

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und ich schüttelte, von der Mutter unbemerkt, meinen Regenschirm über einem Kinderwagen aus und das Baby fing auch sofort vor lauter Freude an zu weinen.

Da hab ich ja mal gar kein Verständnis für...

Quäkende Gören *schüttel*. Oder überhaupt Kinder.

Natürlich geht das nicht so weit, dass ich zB an Sankt Martin Splitter von Rasierklingen in den Schokoriegeln verstecke...aber wenn die so weitermachen kann ich für nichts garantieren.

Das einzige was ich übrigens noch schlimmer finde, sind diese Vögel, die einem jeden Morgen durch ihren unerträglichen Lärm verderben.

Ich weiss nicht, wieviele von diesen Schreihälsen ich schon mit dem Luftgewehr aus den Zweigen geschossen habe. Es muss sich doch mal langsam unter diesen Finken und Lerchen und Drosseln (und was weiss ich was da noch für ein Geschnetz herumrandaliert) rumgesprochen haben, dass hier nicht gesungen wird.

Hätte ich mal nicht ALLE Katzen hier im Viertel vergiftet, dann würden wenigstens ein paar für Ruhe sorgen.

Ok ok ok...ALLE habe ich ja gar nicht vergiftet...

Ein paar habe ich nachts mit dem Laserpointer vor fahrende Autos gelockt.

Naja...ich spazierte jedenfalls weiter und dachte auch den anfangs unterbrochenen Gedanken zuende: "Mein Leben ist doch wirklich das letzte, das ich jemals ändern würde."

Ich seufzte einmal glücklich auf und fragte einen am Straßenrand sitzenden und bettelnden Penner, ob er zufällig einen 500 Euro Schein wechseln könnte...

2 x kommentiert:

Bluhnah hat gesagt…

(schön) böse! ,-)

Buckaroo Banzai hat gesagt…

Jepp...

Wer anderen in die xxxx beisst, ist böse meist...

*lach*